Reinigung kann die Last an einen anderen Ort tragen

Ein Mopp oder Wischtuch nimmt Schmutz, Partikel oder mikrobielle Last von einer Oberfläche auf. Wechselt dasselbe Produkt jedoch zur nächsten Oberfläche, kann es einen Teil dieser Last dort hinterlassen. Im kontrollierten Bereich liegt das Hauptrisiko oft nicht bei der zuerst gewischten Oberfläche, sondern bei der sauberen Oberfläche, die das Produkt danach berührt. Diese sekundäre Übertragung nennen wir Kreuzkontamination; in der OWMO-Prüfmatrix wird sie als Test zur „Doppelkontamination“ behandelt.

Reinigungswirkung und Übertragungsrisiko sind nicht dasselbe. Ein Produkt kann die Last auf einer Oberfläche gut verringern und das Aufgenommene dennoch an die nächste abgeben. Beide Messungen werden daher getrennt berichtet.

Dieser Beitrag fasst, insbesondere für Teams aus Qualitätssicherung, Mikrobiologie und Infektionsprävention, zusammen, wie ein zweistufiger Test aufgebaut wird, wie sein Ergebnis zu lesen ist und was er nicht belegt.

Die Logik des zweistufigen Protokolls

Die von OWMO vorgeschlagene Definition besteht aus zwei Schritten:

  1. Das Produkt wird mit einer Standardbewegung auf einer Oberfläche eingesetzt, die eine definierte Schmutz-, Partikel- oder mikrobielle Last trägt.

  2. Anschließend wird dasselbe Produkt auf eine neue, saubere Oberfläche geführt, und die auf diese zweite Oberfläche übertragene Last wird gemessen.

Das Ergebnis wird als die auf die zweite Oberfläche übertragene Last berichtet, meist als Transferprozentsatz; der Bericht sollte festlegen, worauf sich der Prozentsatz bezieht. Der Wert beschreibt nicht nur, wie viel das Produkt aufnimmt, sondern auch, wie gut es das Aufgenommene festhält.

Was das Protokoll festlegen muss

Transferergebnisse lassen sich nur vergleichen, wenn die Bedingungen definiert sind. Ein Protokoll sollte mindestens Folgendes angeben:

  • Lastart: Schmutz, Partikel oder mikrobielle Last; Art und aufgebrachte Menge.

  • Oberflächen: Material der ersten und zweiten Oberfläche (zum Beispiel Edelstahl, Glas oder Bodenbelag) und deren Fläche.

  • Bewegung: Druck, Richtung, Geschwindigkeit und Anzahl der Durchgänge; für jede Probe identisch.

  • Befeuchtung: trockene Anwendung oder Art, Konzentration und Tränkvolumen der Flüssigkeit oder Chemikalie.

  • Produktkonfiguration: Lagenzahl, Grammatur, Größe, Material sowie Kanten- und Befestigungsausführung.

  • Messung: wie die Last auf der zweiten Oberfläche gewonnen und gezählt wird, die Ergebniseinheit und die Anzahl der Wiederholungen.

  • Kontrolle: eine Ausgangsmessung, die zeigt, dass die zweite Oberfläche vor dem Test tatsächlich sauber war.

Bei OWMO werden Name, Methode und Berichtsnummer des Labortests für jede Konfiguration vom Qualitätsteam ergänzt. Ein Prozentsatz ohne Methodenangabe sollte nicht für Vergleiche verwendet werden.

Wie das Ergebnis zu lesen ist

Transferergebnisse variieren mit Lagenzahl, Grammatur und Größe. Jede Konfiguration wird deshalb getrennt berichtet; das Ergebnis eines 3-lagigen Mopps lässt sich nicht auf einen 4-lagigen Aufbau derselben Familie übertragen. Prüfen Sie beim Lesen eines Ergebnisses:

  • Entspricht die Probe im Bericht derselben Konfiguration wie die SKU, die Sie bewerten?

  • Passen Lastart und Oberfläche zum Risiko in Ihrem Bereich?

  • Entspricht die Befeuchtung der Chemikalie und dem Volumen, die Sie verwenden?

  • Wird ein Ergebnis zur Reinigungswirkung gesondert angegeben?

Was der Test in der Praxis bedeutet

Ein Laborergebnis gewinnt erst zusammen mit der Arbeitsweise vor Ort an Bedeutung. Die oberflächenbezogene Arbeitsweise von OWMO schlägt folgende Grundsätze vor, um das Übertragungsrisiko zu senken:

  • An Geräten ein zur Oberfläche passendes Wischtuch und für jede neue Fläche eine frische Falzseite.

  • Auf Böden ein definiertes Einrichtungs- oder S-Muster von sauber nach schmutzig mit festgelegter Wechselhäufigkeit.

  • In Übergangsbereichen getrennte Produkte, Farben oder Lose zwischen den Zonen.

  • Bei verschütteten Flüssigkeiten Eingrenzung vom Rand zur Mitte, danach Aufnahme.

Diese Grundsätze werden an die eigene SOP und Risikoanalyse der Einrichtung angepasst; maßgeblich ist das freigegebene Verfahren der Einrichtung.

Auch Laborprotokoll und Praxisprotokoll sind nicht dasselbe. Im technischen Vertriebsablauf von OWMO folgen auf das losbezogene Muster zwei getrennte Schritte: ein Praxisprotokoll, das Einsatzvolumen, Bewegung, Wechsel und Entsorgung festlegt, und eine Validierung, die Partikel-, Transfer-, Reinigungs- und Zyklusabnahme prüft. Das Laborergebnis liefert Eingaben für diese Schritte, ersetzt sie aber nicht.

Was der Test nicht belegt

  • Ein Transfertest zeigt nicht, dass Kontamination vollständig verhindert wird. Das Ergebnis hängt von Einrichtung, Personal, Chemie und SOP ab; korrekt ist die Angabe der unter einer definierten Bedingung gemessenen Übertragung oder Reinigungswirkung.

  • Er zeigt nicht, dass ein Produkt steril ist oder die ISO-Klasse eines Raums erhält. Umgebungsklasse, Sterilstatus und Produkteignung werden mit getrennten Nachweisen behandelt.

  • In Krankenhausbereichen sind der Hygiene- bzw. Infektionspräventionsplan und das lokale Protokoll maßgeblich; ein für einen Pharma- oder Elektronik-Reinraum aufgebautes Protokoll lässt sich nicht direkt auf ein Krankenhaus übertragen.

Nächster Schritt

Wenn Sie Ihren Bereich, die Oberflächenarten, die wichtigste Lastart und die verwendete Chemikalie angeben, werden die zu bewertenden Konfigurationen und ihre Transferergebnisse in der Muster- und Angebotsphase produktbezogen bestätigt. Nutzen Sie dafür die Seite zur technischen Beratung.

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